Winterimpressionen aus Köpenick

Heute nur ein paar Bilder aus dem verschneiten und gefrorerenen Köpenick, insbesondere die Alte Spree und die Dahme.

Ein Schleppkahn fräst sich durch die Schollen auf der Dahme

Möwen und andere Vögel am Ufer der Dahme, wo noch nicht alles zugefroren ist

Das Eventschiff ars vivendi auf der Alten Spree bei Fast-Vollmond

Aus der Bordbibliothek: Homers Odyssee

Reihe „Aus der Bordbibliothek“

Da ich nicht ständig nur über Bootsschulen und Bootsführerscheine schreiben kann und möchte, aber andererseits nicht zu weit vom Thema „Leben auf dem Wasser“ abschweifen will, habe ich gedacht, dass ich eine Kategorie „Aus der Bordbibliothek“ anlegen könnte. Da werde ich ab und zu Bücher vorstellen, die sich mit dem Leben auf dem Wasser beschäftigen. Vielleicht werden irgendwann auch andere Medien dazu kommen, aber erst einmal reichen Bücher. Wenn jemand Vorschläge hat, werden diese in den Kommentaren erwartet.

Homers Odyssee

Den Anfang macht – zufällig könnte das beinah chronologisch erscheinen, sobald ich andere Beiträge veröffentlich habe – die Odyssee vom griechischen Sänger Homer. Der Stoff oder zumindest einige Motive und Figuren sind bekannt: Der Held Odysseus irrt jahrelang mit seinem Schiff umher und begegnet seltsamen Wesen wie Zyklopen und Sirenen und kehrt dann nach Hause zurück, um sein Haus von „Ungeziefer“ (spoiler alert!) zu befreien. Geleitet (vor allem in die Irre) werden seine Seefahrten und die seines Sohnes Telemachos von den Göttern.

Der Anfang der Odyssee, Bild von WikiCommons

Ich sage es von vornherein: Man muss das Buch lesen wollen, sonst gibt man nach einer Seite auf. Die Sprache ist sehr altertümlich, was ja auch logisch ist, wenn man die Entstehungszeit bedenkt (entstanden ungefähr 850-800 v. Chr.; mache sagen früher, manche später). Auffällig sind die vielen Attribute, die den handelnden Figuren zugeschrieben und die oft dem Namen nachgestellt werden, was die Lesbarkeit nicht gerade erleichtert. Aber es spiegelt wahrscheinlich den Stil der antiken Gesänge wider. Ohne Altgriechisch-Kenntnisse kann ich das kaum überprüfen. Andererseits gewöhnt man sich beim Lesen auch daran.
Ich war auch etwas enttäuscht, dass es gar nicht gleich mit den Irrfahrten losgeht, sondern erst im 5. Gesang. Ein weiteres Manko der Lesbarkeit ist, dass manche Seiten keinen einzigen Absatz haben. So wird man gezwungen, noch eine Seite zu lesen, bevor man das Buch mit einem Lesezeichen versehen beiseite legen kann. Aber da es sowieso so schwer verständlich ist, kann es gar nicht schaden, den letzten Abschnitt noch einmal zu lesen.
Dass man das Alltagsleben so ein bisschen nebenbei mitbekommt, wenn beschrieben wird, wie das Essen vorbereitet wird o.ä., hat mir gefallen.

Adaptionen von Homers Odyssee

Die in der Hochkultur wohl bekannteste Adaption des Stoffes ist Ulysses vom irischen Schriftsteller James Joyce. Er beschreibt allerdings nicht eine Seereise, sondern einen Tag in Dublin, an dem der Anzeigenaquisiteur Leopold Bloom ähnliche Begegnungen erlebt wie Odysseus auf seiner Reise. Einer der Gründe, warum ich die Odyssee gelesen habe, war, dass ich danach Ulysses lesen wollte.

Eine weitere, sehr bekannte Adaption, aber aus der Populärkultur, ist die dritte Folge der ersten Staffel der Simpsons, in der Homer die Irrfahrten des Odysseus erlebt. Dass Matt Groening so sehr zu Beginn der inzwischen 23 Staffeln umfassenden Serie diesen Stoff aufnimmt, liegt vielleicht an der Namensgleichheit des Familienvaters mit dem griechischen Sänger Homer.

Wenn ich länger darüber nachdenke, ist Star Trek auch eine Odyssee. Ein Raumschiff unterwegs, „um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen“. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es auch eine folge, in der sirenenartige Wesen vorkommen. Und die Figur „Q“ kann man durchaus mit den Göttern vergleichen, die mit der Besatzung und Picard/ Odysseus spielt.
Aber eine Reise ist sowieso eines der Hauptmotive der Weltliteratur, so dass man auch von jedem Roadmovie mit etwas Abstraktion behaupten könnte, er sei eine Odyssee.

Brickfilm und Rezension des Lego-Fischerbootes Modell 4642

Weil es ja noch etwas dauert, bis ich den Bootsführerschein habe und mir ein echtes Boot kaufen kann, musste ich mir am Wochenende ein Boot von Lego kaufen – Modell Nr. 4642. Im Forum Köpenick gab es das leider nicht, also musste ich extra zum Potsdamer Platz ins Lego Discovery Center fahren. Aber ich musste sowieso in die Richtung.
Etwas enttäuscht war ich davon, dass der Rumpf schon fertig montiert ist. Er besteht aus zwei Teilen, damit man eingelaufenes Wasser herausschütten kann, weil das Boot schwimmfähig ist. Wie ein Boot schwimmfähig sein kann und trotzdem voller Wasser laufen kann, bleibt wohl das Geheimnis der dänischen Bootsbauer.

Zusammenbau des Lego-Modells 4642

Auf der Packung ist ungewöhnlicherweise nicht vermerkt, wie viele Teile das Modell 4642 hat (68 oder so sind es). Aber es steht darauf, dass es leicht zusammen zu bauen ist. Es war erst das zweite Modell, das ich neu gekauft habe, also hab ich nicht so die Erfahrungm, aber das Alter ist mit 5-12 angegeben, ich war also zuversichtlich. ;-)
Nachdem die Teile einigermaßen nach Farben sortiert waren, ging es los. Zur Seite saß mir mein Stiefneffe, der auch schon über das Alter 5-12 hinaus ist, aber nur gerade so. Nebenbei haben wir einen Stop-Motion-Film vom Aufbau gemacht:

Am Anfang wurden nur weiße Teile verbaut, was den Aufbau schon recht einfach gemacht hat. Auch sonst ist der Zusammenbau recht leicht, allein die Angelschnur war etwas störrisch und mit 25 cm etwas zu lang von der Anleitung geplant.
Einige Teile (drei runde 1x1er Platten und ein Hebel) bleiben übrig. Auf die Aufkleber habe ich verzichtet, weil mein Boot nicht ANNABELL heißen soll.
Für den Film haben wir 250 Fotos in knapp zwei Stunden benötigt. Das Schneiden des Films habe ich dann alleine erledigt.
Gute Unterhaltung!

Exkurs: Sterni on Tour

Ein Projekt, das ich schon ziemlich lange verfolge, allerdings nicht mehr allzu aktiv, ist Sterni on Tour. Das ist eine Weltkarte mit Fotos von Sternburger Export-Kronkorken. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich angefangen habe, aber es müsste so etwa 2002 gewesen sein, als ich in Russland ein Foto gemacht habe. Anfangs hingen die Fotos bei mir in der WG, aber es wurden dann immer mehr und daher ist das Ganze digitalisiert worden.

In der Blauen Lagune in Island


Die Idee hatte ich aus dem Film Die fabelhafte Welt der Amelie, in dem die mit Amélie befreundete Stewardess Fotos vom Gartenzwerg des Vaters macht und die beiden gemeinsam so tun, als schreibe der Gartenzwerg dem Vater Postkarten.
Nur ist so ein Gartenzwerg ziemlich unhandlich; und weil damals in der WG regional und ideell bedingt viel Sternburger Export getrunken wurde, ging eben ein Kronkorken auf die Reise. Es ist wohl gemerkt nicht immer der gleiche Kronkorken, weil das logistisch nicht möglich wäre, aber ich versuche immer den gleichen zu verwenden. Die Fotos mit diesem sind auch mit [F] gekennzeichnet, weil einer meiner Profs so nett war, ihn mit auf die Färöer Inseln zu nehmen und dort ein Foto zu machen.
Inzwischen habe ich Fotos von allen Kontinenten (leider nur wenige von der südlichen Erdhalbkugel), aber es kommen noch immer neue dazu.
Leider hat die Brauerei vor ein paar Jahren das Design der Kronkorken geändert, so dass nicht mehr der Schriftzug darauf zu sehen ist, sondern nur noch ein weißer Stern auf rotem Grund. Ich habe aber zum Glück noch ein paar alte übrig (Messie!).

Die theologische Fakultät in Stellenbosch (Südafrika)


Vom Boot aus hat man ja dann ganz andere Perspektiven und ich bin gespannt auf neue Fotos mit viel Wasser!

Ich möchte in keinster Weise zum Konsum von Bier aufrufen! Fragt einfach den Obdachlosen eures Vertrauens, ob ihr seinen Kronkorken haben dürft. Wenn ihr ihn in Ostdeutschland fragt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er Sternburger trinkt.

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