Archiv für die Kategorie Boote und Schiffe

Brickfilm und Rezension des Lego-Fischerbootes Modell 4642

Weil es ja noch etwas dauert, bis ich den Bootsführerschein habe und mir ein echtes Boot kaufen kann, musste ich mir am Wochenende ein Boot von Lego kaufen – Modell Nr. 4642. Im Forum Köpenick gab es das leider nicht, also musste ich extra zum Potsdamer Platz ins Lego Discovery Center fahren. Aber ich musste sowieso in die Richtung.
Etwas enttäuscht war ich davon, dass der Rumpf schon fertig montiert ist. Er besteht aus zwei Teilen, damit man eingelaufenes Wasser herausschütten kann, weil das Boot schwimmfähig ist. Wie ein Boot schwimmfähig sein kann und trotzdem voller Wasser laufen kann, bleibt wohl das Geheimnis der dänischen Bootsbauer.

Zusammenbau des Lego-Modells 4642

Auf der Packung ist ungewöhnlicherweise nicht vermerkt, wie viele Teile das Modell 4642 hat (68 oder so sind es). Aber es steht darauf, dass es leicht zusammen zu bauen ist. Es war erst das zweite Modell, das ich neu gekauft habe, also hab ich nicht so die Erfahrungm, aber das Alter ist mit 5-12 angegeben, ich war also zuversichtlich. ;-)
Nachdem die Teile einigermaßen nach Farben sortiert waren, ging es los. Zur Seite saß mir mein Stiefneffe, der auch schon über das Alter 5-12 hinaus ist, aber nur gerade so. Nebenbei haben wir einen Stop-Motion-Film vom Aufbau gemacht:

Am Anfang wurden nur weiße Teile verbaut, was den Aufbau schon recht einfach gemacht hat. Auch sonst ist der Zusammenbau recht leicht, allein die Angelschnur war etwas störrisch und mit 25 cm etwas zu lang von der Anleitung geplant.
Einige Teile (drei runde 1x1er Platten und ein Hebel) bleiben übrig. Auf die Aufkleber habe ich verzichtet, weil mein Boot nicht ANNABELL heißen soll.
Für den Film haben wir 250 Fotos in knapp zwei Stunden benötigt. Das Schneiden des Films habe ich dann alleine erledigt.
Gute Unterhaltung!

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Zu Besuch auf der Bootsmesse Boot & Fun in Berlin

Auf die freundliche Einladung von Andreas Schertel von The Boat People konnte ich heute die Bootsmesse Boot & Fun besuchen. Es war das erste Mal auf einer Bootsmesse; in Leipzig war ich ein paar Mal auf der Buchmesse und einmal auf der Computerspielemesse gewesen, als letztere noch in Leipzig stattfand. Und obgleich es für Wassersportler wahrscheinlich gar nicht so besonders ist, sind die Aussteller schon recht speziell (nicht unbedingt die Personen, sondern das, was sie ausstellen). Bücher und Computerspiele haben da doch ein breiteres Spektrum an Zielgruppen.
Dieser Beitrag gibt mir die Möglichkeit, den Mangel an Fotos, der bisher herrschte, etwas wett zu machen.

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Panorama der Bootsmesse

Neue Eindrücke auf der Bootsmesse Boot & Fun

Mein erster Eindruck war: „Mann, sind diese Boote riesig!“ Ich hab die mir ja bisher auf nur Ebay angesehen und da fehlt einfach der Maßstab. Wenn man die Boote „in echt“ sieht, liegen sie ja meist im Wasser und wirken auch nicht so groß wie wenn sie an Land aufgebockt sind und man daran vorbei läuft. Manche von den Yachten waren aber auch besonders groß. Es gab eine Halle mit Neu- und Gebrauchtbooten, die zum Verkauf standen. In allen anderen Hallen standen allerdings auch Boote, was eventuell auf einer Bootsmesse zu erwarten ist. ;-)

Pimp my boat!

Pimp my boat!

Es gab neben den klassischen Bootsherstellern selbstverständlich auch Aussteller, die für die Inneneinrichtung zuständig sind: Tischler und Sattler, aber auch Toilettenhersteller und Trinkwasseraufbereiter und so etwas. Da habe ich nicht so genau hingeschaut, weil das für mich noch in weiter Zukunft liegt. Allerdings habe ich mir vorgenommen, einige Berufe aus diesem Bereich hier im Blog noch vorzustellen. Dazu kommen noch die Segelmacher, wo ich schon Kontakt zu einer netten Segelmacherin aus Greifswald aufgenommen habe.

Black Lady

Einfach riesig!

Aufbereitung alter Boote

Delice - ein Mahagoniboot

Delice - ein Mahagoniboot


Diese Segelmacherwerkstatt machte optisch den Eindruck, als ob sie besonders für alte Boote Segel nähen. Ich hätte mal mir die Hände zeigen sollen – das ist doch bestimmt eine fiese Arbeit für Hände.

Andere Firmen restaurieren alte Boote. Die sind so schön mit ihren glänzenden und warm aussehenden Holzflächen. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich auf jeden Fall ein Mahagoni-Boot nehmen. Das Auge fährt schließlich mit.

Delice Ausstattung

Das Deck der Delice

Holzkajütboot

Ich wollte es ja anfassen, aber ich hab mich nicht getraut. Es hat sooo schön geglänzt.

Mietboote und –flöße

Wie mich schon die Seeromantik gepackt hat, rechnen auch wassernahe Städte und Gegenden damit, dass Urlauber neben dem Ausstieg aus der hektischen Stadt auch den Umstieg aufs Boot wählen. Daher gab es einige Aussteller, die sich auf Hausboote und Flöße spezialisiert haben. Manche von diesen Hausbooten haben mehr Fläche als meine Wohnung! Da hat wahrscheinlich sogar ein Billardtisch Platz.

Tom Sawyer Flöße

Das Abenteuer ruft!

Andere, weniger luxuriöse Wasserfahrzeuge wecken eher die Abenteuerlust, so zum Beispiel WordofTomSawyer.de. Der Name ist etwas unglücklich gewählt, glaube ich, weil es nicht Tom Sawyer, sondern Huckleberry Finn war, der mit Jim den Mississippi auf einem Floß erobert hat, aber wahrscheinlich war die URL schon vergeben. Einige der Flöße sind mit Gaskochern, Kühlschrank und 6 Schlafplätzen ausgestattet. Damit kann man hervorragend die Mecklenburger Seenplatte erobern.
Außerdem kann man wohl einige der Boote auch als Bausatz kaufen.

Tom Sawyer Floß - Kaffeezeit!

Rustikal, aber gut


Am Schluss habe ich mich noch mit einem finnischen Aussteller unterhalten, der Yachtcharter in Finnland anbietet. Das Land der 1000 Seen ist ideal für Menschen geeignet, die Ruhe brauchen. Da Finnland gerade mal so viele Einwohner wie Berlin hat, ist es auch nicht sehr wahrscheinlich, dass man auf dem See jemanden trifft. Vielleicht benötigt man auch deswegen in Finnland keinen Bootsschein.
Glühbirne mit Schiffchen

Da bekommt "die Anker lichten" eine völlig neue Bedeutung


Zu guter Letzt gab es neben nützlichem Zubehör selbstverständlich den einen oder anderen Schnulli-Stand. Es soll sich keiner auf den Schlips getreten fühlen, aber Modellboote und bestickte Mützen sind nicht so unbedingt mein Geschmack. Aber die kleinen Schiffe in Glühbirnen fand ich dann doch nett. Nicht so nett, dass ich sie kaufen würde, aber da die klassische Glühbirne eine aussterbende Art ist, finde ich das eine niedliche Recyclingidee.

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Exkurs: Havhingsten fra Glendalough

So sehr schnell geht es nicht voran, aber damit uns die Zeit nicht lang wird, schwenke ich hier und da thematisch etwas aus. Aber die Themen Wasser und Boote/ Schiffe behalte ich im Auge.

Die Havhingsten fra Glendalough

Vor einigen Jahren bin ich auf ein Projekt des Wikingerschiffmuseums in Roskilde (ja, da wo das Festival stattfindet) gestoßen. Ich nehme an, es war ein Artikel von SPON, aber sicher bin ich nicht mehr. Jedenfalls wurde bei diesem Projekt ein Wikingerschiff nachgebaut, von dessen Typ 1962 einige im Hafen von Skuldelev gefunden worden waren. Der Schiffstyp ist ein Langboot mit einem riesigen Segel und Rudern. Wilhelm der Eroberer (ein Normanne, also ein Nachfahre der Wikinger = Nordmänner) ist mit solchen Schiffen nach England übergesetzt, wie man auf dem Teppich von Bayeux sehen kann.
Ich schweife ab. Nachdem die Havhingsten also gebaut worden war, haben die Forscher und einige segelerfahrene Freiwillige sich auf der Havhingsten auf den Weg nach Dublin gemacht, wo nämlich die Boote eigentlich herkamen. In der “bekannten Schiffswerft” im Dublin des 11. Jahrhunderts wurden solche 30m langen Schiffe gebaut, mit denen dann eben zum Beispiel bis nach Roskilde und noch viel weiter gesegelt werden konnte.

Als die Leute damals nach Dublin gesegelt sind, konnte man aufgrund der von ihnen gesendeten GPS-Daten nachverfolgen, wie schnell sie jeden Tag voran kamen. Auch wurden ab und zu Videos von der Crew gezeigt. Mich hat damals unglaublich beeindruckt, mit welch einer Kraft so ein Segelboot voran kommt. Also völlig ohne Motor in einer für mich beinahe atemberaubenden Geschwindigkeit. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich als Kind nie Drachensteigen war, so dass ich also lange nicht wusste, was für eine Kraft so ein Drachen geschweige denn ein riesiges Segel vorantreibt. Leider ist die Karte nicht mehr verfügbar; jedenfalls kann ich sie nicht finden. Schade.

In Dublin wurde das Schiff dann mit einem riesigen Kran vom Hafen in das dortige Nationalmuseum gehievt und dort ausgestellt. 2008 ist es auf dem Seeweg (wo es auch hingehört) wieder nach Roskilde gefahren.

2012 machen sie sich wieder auf die Reise. Falls ich daran denke, verfolge ich es wieder und vielleicht gibt es dann auch wieder eine Karte mit der GPS-Route.

Das Wort havhingsten ist, wenn ich nicht völlig falsch liege, ein Kenning. Kenninge sind Stilmittel der altgermanischen Dichtung (z.B. “Heliand” oder “Beowulf”), bei denen ein Begriff umschrieben wird. Das war in der frühen germanischen Dichtung wichtig, weil sie noch nicht durch Endreim, sondern durch Stabreim zusammen gehalten wurde. Im Fall von havhingsten (also “Seehengst”) wäre das normalsprachliche Wort Schiff. Damit kann man aber nur (auf das heutige Deutsch übertragen) Wörter im gleichen Vers verwenden, deren betonte Silbe mit dem “sch-”-Laut beginnt. Das schränkt die Auswahl ziemlich ein. Wenn man aber mit etwas Fantasie sich vorstellt, dass ein Schiff über das Meer reist, wie man (damals) zu Land mit einem Pferd reiste, kommt man eben auf den Seehengst und kann nun auch Wörter benutzen, deren betonte Silbe mit dem Laut “s” beginnt.


Zum Weiterlesen

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Komfort an Bord – Teil 1: Wäsche waschen

Der mangelnde Komfort, den man vom Leben in einer Wohnung gewöhnt ist, macht das Leben auf einem Boot zu einer kleinen Herausforderung. Aber wer sich dafür entscheidet, kennt die Tücken des begrenzten Platzes und der geringen Privatsphäre und Ähnliches.
Wenn man nun längere Zeit an Bord ist, kommt irgendwann die Zeit, wo man frische Wäsche braucht. (Ein gemeiner Witz zur Kelly Family liegt nahe, aber das ist nicht mein Niveau.) Doch für einen begehbaren Kleiderschrank ist kein Platz auf einem Kajütboot oder einer kleinen Segelyacht. Platz für eine Waschmaschine ist selbstverständlich auch nicht auf dem Boot und mit Strom sieht es auch nicht so gut aus.
Aber es gibt eine Lösung, die auch für Wohnmobilbesitzer und Stromsparer interessant ist.

Wäsche waschen ohne Strom

White Magic

So sieht das Teil aus...*

Die Lösung heißt White Magic. Das ist ein Gerät, das ohne Strom arbeitet. Ich selbst habe mir ein White Magic vor etwa einem Jahr bei CampingPlusgekauft, weil ich nicht genug Geld für eine Waschmaschine hatte und außerdem Strom sparen wollte. Vorher hatte ich mir bei Youtube ein Testvideo angesehen, das ich aber leider nicht mehr finde. Deswegen habe ich selbst eins gemacht:

Sicherlich macht das Wäsche Waschen mit dem White Magic mehr Mühe als mit einer richtigen Waschmaschine, aber so ist das eben, wenn man ohne Strom arbeitet.
Um mal eine Vorstellung vom Fassungsvermögen zu geben: Bei Bettwäsche passt der Deckenbezug und der Kissenbezug hinein; das Bettlaken wasche ich dann immer separat. Aber es passen auch zwei bis drei Jeans hinein. Der Wasserverbrauch liegt je nach Füllmenge bei maximal 18 l. Der Waschvorgang besteht aus dem Waschen, also Wäsche plus Waschmittel (ich nehme immer flüssiges) plus Wasser hinein, zwei bis drei Minuten an der Kurbel drehen und das Wasser ablassen. Durch die Wärme des Wassers entsteht in der geschlossenen Tonne ein kleiner Unterdruck, durch den wohl das Waschmittel besser in die Wäsche gelangt. Ob die Wirkung so stimmt, kann ich nicht sagen, aber das mit dem Unterdruck stimmt, denn es zischt immer etwas, wenn man den Deckel wieder abschraubt.

Das Wasser kann man beim Ablaufen in einen Eimer auffangen und für die Toilettenspülung verwenden (an Land natürlich nur). Da ich nur einen Eimer habe, fange ich immer nur die zweite Wasserladung auf. Denn nach dem Waschvorgang wird die Trommel wieder mit kaltem Wasser gefüllt und die Tonne eine halbe bis eine Minute gedreht. Dadurch wird das Waschmittel aus der Wäsche gespült.
Wenn man dann auch noch Regenwasser nutzen kann (zu Hause), dann kann man enorm Trinkwasser sparen.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem White Magic-Teil. Der einzige Nachteil ist, dass es keinen Schleudervorgang gibt und die Wäsche wirklich klitschnass herauskommt. Ich hatte schon überlegt, ob man mit einer Salatschleuder Abhilfe schaffen kann, aber für Bettwäsche funktioniert das auch nicht. Aber in der freien Natur kann man ja selbst die Schleuder sein: Einfach die Wäsche in ein Netz tun und wild mit dem stärkeren Arm kreisen. Wenn Kinder an Bord sind, freuen die sich bestimmt über das wilder Herumgespritze!

Alternativen

Der White Magic ist für ein kleines Boot dennoch etwas sperrig, glaube ich. Und Handwäsche…wer macht das schon gern. Ideal wäre es, wenn es in den Tankstellen, wo man als Bootsbesitzer sowieso ab und zu anhalten muss, kleine Waschsalons gäbe. Ich weiß nicht, ob es so etwas gibt oder ob ich gerade eine Marktlücke entdeckt habe, an der sich wieder mal jemand anderes eine goldene Nase verdient. Die eine solche Tankstelle am Wasser, die ich in Köpenick kenne, bietet das nicht an.

Überhaupt ist die Waschsalondichte in Köpenick sehr, sehr gering, wenn ich das mit Hamburg vergleiche. Soweit ich weiß, gibt es keinen einzigen, um genau zu sein. Aus meiner Erfahrung sind aber die Hamburger Bäder auch wesentlich kleiner als die Berliner, so dass da gar kein Platz für eine Waschmaschine ist und die Notwendigkeit für Waschsalons somit höher.


* Vielen Dank an Katharina Brzeczek von Frankana für die Zusendung des Fotos.

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