Einige Gebärden zum Thema “Boot”

Vor ein paar Tagen hatte ich dazu aufgerufen, dass man mir Video- oder Fotolinks zu Gebärden rund um das Thema „Boot“ senden möge. Aufgrund der auserlesenen Leserschaft ist nichts passiert, aber ich hatte zum Glück noch einen anderen Plan.
Mithilfe meines Gebärdenlehrers, der das Gebärdenwörterbuch Kestner besitzt, konnte ich mir einige heraussuchen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich um lautsprachbegleitende Gebärden handelt und nicht um die Deutsche Gebärdensprache. Der Unterschied liegt darin, dass in der lautsprachbegleitenden Gebärdensprache für jedes gesprochene Wort synchron eine Gebärde gezeigt wird, während in der Deutschen Gebärdensprache, die von Gehörlosen und Schwerhörigen untereinander verwendet wird, die Syntax (also Satzstellung) anders ist.

Video mit lautsprachbegleitenden Gebärden zum Thema „Boot“

Nachfolgend also das Video mit den Gebärden zum Thema „Boot“. Ich habe den Ton aus zwei Gründen herausgeschnitten: Erstens macht meine Kamera (Digitalfotokamera, daher auch die schlechte Qualität) sehr laute Geräusche beim Filmen und zweitens kann man sich als Hörender so besser in die Lage eines Gehörlosen versetzen.
Die Gebärde für „zeigen“ wusste ich nicht; da habe ich improvisiert. „Backbord“ und „Steuerbord“ standen im Kestner nicht drin, wahrscheinlich sind die Gebärden identisch mit „rechts“ und „links“.

Wie man bei der Gebärde für “Boot” und “Yacht” erkennen kann, gibt es für einige Wörter gleiche Gebärden. An dieser Stelle ist dann das Mundbild besonders wichtig, wenn man auch aus dem Zusammenhang nicht erkennen kann, um welches Wort genau es sich handelt.


Weiterführende Links:

  • DGS Wiki: Wikiprojekt zur Deutschen Gebärdensprache

Neue Prüfungsfragen für den Sportbootführerschein-Binnen und See ab 1. Mai 2012

Wie ich vor einiger Zeit geschrieben habe, gelten ab 1. Mai 2012 neue Fragenkataloge für die Theorieprüfung, sowohl für den Sportbootführerschein-Binnen als auch für den Sportbootführerschein-See. Und obwohl die Fragenkataloge schon am 15. November diesen Jahres veröffentlicht werden sollten, hat es doch etwas länger gedauert.
Aber jetzt sind die Fragenkataloge für die Theorieprüfung veröffentlich und hier sind die Links:

Viel Erfolg beim Lernen!

Binnenschifffahrtsstraßenordnung: Ausweichregeln für Kleinfahrzeuge 2

Segelboote haben Vorfahrt gegenüber Motorbooten und Ruderbooten

Motorboote und Ruderboote sind in der Regel leichter zu manövrieren als Segelboote. Daher müssen sie Segelbooten ausweichen.
Leider hatte ich keine Ruder in meiner Legosammlung, deswegen gibt es kein Beispiel mit Ruderboot.

Wie weichen zwei Segelboote einander aus?

Bei Segelbooten ist die Windrichtung für das Ausweichmanöver entscheidend.

Ich bitte zu entschuldigen, wenn ich die Segel beim ersten Video nicht der Windrichtung angepasst habe, aber mir war noch nicht so ganz klar, wie das funktioniert bei Segelbooten. Die Windrichtung kann man in den Videos an den Fähnchen mehr oder weniger erkennen.

Begegnen sich zwei Segelboote und sie haben den Wind von entgegen gesetzter Seite, dann weicht das Boot aus, das den Wind von backbord hat.


Kommt der Wind für beide Boote von derselben Seite, weicht das luvseitige Boot dem leeseitigen aus.

Luv ist die dem Wind zugewandte Seite. Ich beschließe soeben, mir es so zu merken: LUv – zUgewandt. Lee ist dann das Gegenteil.
Vermutlich liegt das daran, dass das leeseitige Schiff ja im Windschatten liegt und daher nicht so gut manövrieren kann. Im Buch von Axel Bark ist das alles nicht erklärt.


Die dritte Regel ist unglaublich kompliziert, wenn man die Fachbegriffe noch nicht so verinnerlicht hat.
Man stelle sich folgende Situation vor: Der Wind kommt von backbord und man sieht ebenfalls von backbord einen Segler kommen, kann aber nicht genau erkennen, ob er auf Steuerbordbug (das Großsegel wird auf Steuerbord gefahren) oder Backbordbug (das Großsegel wird auf Backbord gefahren) läuft. Dann sollte man auf jeden Fall ausweichen.

Ich verstehe nicht, warum man das nicht sehen können soll. Außerdem passieren sich dann beide Boote (laut der Abbildung im Lehrbuch) steuerbordseitig, so dass doch Zerquetschung von Menschen im Fall einer Kollision droht. Be that as it may, ich habe die Abbildung nachgefilmt:

Also, ich habe es jetzt verstanden. Learning by Doing eben.

Binnenschifffahrtsstraßenordnung: Ausweichregeln für Kleinfahrzeuge 1

Theorie, Theorie, Theorie. Aber mit Bildchen lernt es sich besser für den Bootsschein und deswegen gibt es wieder kleine Stummfilmchen.

Kleinfahrzeuge weichen der gewerblichen Schifffahrt aus

Die einfachste Regel ist, dass Boote von geringerer Länge als 20 m größeren immer ausweichen müssen. Wenn man sich die Situation mit einem Ausflugdampfer und einem Motorboot vorstellt, ist klar, dass nicht der Ausflugdampfer um der Motorboot herum fährt. Im Video sind es ein großes Segelschiff und ein kleines Motorboot.

Wie weichen zwei Motorboote einander aus?

Wenn zwei Motorboote aufeinander zufahren, weichen beide aus. Die Ausweichregel besagt, dass beide nach steuerbord ausweichen.

Ja, nun wird es Zeit zu lernen, was steuerbord und was backbord ist. Steuerbord ist da, wo das Steuer ist, in Fahrtrichtung gesehen. Meiner Meinung nach sollten die Ansagen in der S-Bahn also nicht mehr lauten „Ausstieg in Fahrtrichtung rechts.“, sondern „Ausstieg steuerbord.“ Ist doch viel kürzer. Man sieht dann schon früh genug, ob man richtig steht.

Die Boote passieren sich dann also an backbord. Das hat den Vorteil, dass bei einer eventuellen Schrammung keiner so leicht zu Schaden kommt, weil ja die Steuerpersonen (das muss ja genderneutral sein) so weit wie möglich voneinander entfernt sind.


Wenn sich die Kurse der beiden Motorboote kreuzen, muss das Boot ausweichen, welches das andere an steuerbord hat, also rechts vor links.


Ein Segelboot, das mit laufendem Motor unterwegs ist, muss wie ein Motorboot ausweichen. Im Idealfall hört das der Fahrer/die Fahrerin des anderen Bootes. Wenn nicht, muss er sowieso ausweichen.

Und morgen sind dann Segelboote dran, damit es nicht zu viel Input auf einmal ist.

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