Ein erster Blick in ein Lehrbuch zum Bootsschein

War vor einigen Tagen in der Bibliothek, wo ich mich erst einmal anmelden musste, weil ich noch nicht so lange wieder in Berlin wohne und bisher noch kaum offline gelesen habe. Eine Bibliothek ohne Teppiche und mit lauten Türen. Was ist das nur für eine Welt?

Eine kleine Abteilung (ca. 40cm Regalbodenbreite) haben die tatsächlich zum Thema Segel- und Motorboote. Da hat sich der Jahresbeitrag gelohnt.

Die hilfsbereite Bibliothekarin hat mir „Der Sportbootführerschein Binnen Segel + Motor“ von Axel Bark herausgesucht. Enthalten ist der amtliche Fragenkatalog.
Anhand von den Kapiteln vorangestellten Fragennummern lässt sich erkennen, ob es für den Segelbootschein oder den Motorbootschein geschrieben ist. Ist etwas unpraktisch, weil man viel blättern muss.

In den Fragenkatalog habe ich schon reingeschaut. Gesetzliche Bestimmungen muss ich wohl können, Knoten und die verschiedenen Schallzeichen und „Verkehrsschilder“.
Und schon auf den ersten Seiten wird man ins kalte Wasser geworfen (pun intended) : „Die Schwertjolle […] ist mit einem aufholbaren Schwert versehen.“ Was? Schwert? Ich will doch nicht das Joustieren erlernen! Wo ist das Glossar??? Ah, hinten im Buch ein „Kleines Segellexikon“: Schwert ist „eine absenkbare Platte in einem Schwertkasten zur Verminderung der Abdrift eines Schwertbootes. Man unterscheidet Senk- und Steckschwerter sowie Seitenschwerter.“ Damit ist mir nicht so wirklich geholfen. Ich glaube, dass ist der Plömmel, der unten am Kiel herausragt. Wie die Rückenflosse bei Fischen nur eben unten.
Die Knoten werden auch behandelt (dazu später mehr). Aber leider ist mein Lieblingsknoten, die Affenfaust, gar nicht dabei. Den hatte ich auf einer Übersichtsseite im Internet entdeckt. Dabei wollte ich den wegen seines Namens eigentlich gern lernen.

Eine Auswahl an Sätzen, die ich besonders schön finde, weil ich sie einfach nicht verstehen kann:

“Drahttauwerk ist für Wanten und Stangen sehr fest geschlagen, für Fallvorläufer, die Dirk oder evtl. den Baumniederholer lose geschlagen.“ (S. 28)

Want und Dirk sind aber Begriffe vom Segelboot, die ich also nicht unbedingt kennen muss. Puh!

“Deshalb sollten wir auf Kielyachten als erstes sofort anluven und durch den Wind drehen – wobei wir die Fock backstehen lassen und das Großsegel fieren.“

Das scheint doch wieder Segelboote zu betreffen.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass ich mir Vokabelkärtchen schreiben muss.

Alles in allem scheint mehr als die Hälfte des Buchtextes sich mit Segelbooten auseinanderzusetzen. Ein Lehrbuch nur für Motorboote würde mich mehr motivieren, weil es wesentlich dünner wäre, ich nicht so viel überblättern müsste und ich mich nicht von so vielen Fachbegriffen verunsichern lassen würde.

Bei der Fahrschule erhält man aber auch Lehrbücher, die dann hoffentlich auf meinen Zweck zugeschnitten sind.


Quellenangabe

  • Axel Bark: Der Sportbootführerschein Binnen Segel + Motor, Bielefeld 1997, ISBN: 376880979X
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