Welche Bootsschule? Preisvergleich in Köpenick*

Um schon einmal absehen zu können, wie teuer der Bootsführerschein Binnen samt Kurs wird, habe ich mir einen Überblick über die Bootsschulen in Köpenick verschafft. Nach sechsen hatte ich keine Lust mehr, also kann es durchaus sein, dass es noch mehr gibt.
Die ersten beiden werben übrigens mit Plakaten und Bannern, die anderen musste ich googeln.

Um die URL zu erhalten, bitte einfach jeder Überschrift ein „.de“ anhängen.

McBootsschein

Bei Mcbootsschein werden alle Teile bis zum Führerschein einzeln abgerechnet, d.h. der Kurs, das Lehrbuch, ein Leinenset zum Üben, Prüfungsbögen, eine Praxiseinheit à 30 min, die Prüfungsgebühr und die Prüfungsfahrt. Ich rechne optimistisch mit 3 Praxisfahrten, da ich ja keinen KfZ-Führerschein habe und daher überhaupt keine Erfahrung mit Motoren habe. Bei dieser Bootsfahrschule in Köpenick komme ich auf eine Summe von 271,20 €. Der Vorteil ist, dass sie laufnah erreichbar ist und also keine Kosten für öffentliche Verkehrsmittel hinzukommen. Der Nachteil ist, dass die Fahrschule nicht am Wasser gelegen ist, also für die Praxiseinheiten und die Prüfung muss ich dann schon ein Stück fahren.

Meer-Seen

Die Bootsfahrschule Meer-Seen ist laut gpsies.com 3,2 km von meiner Wohnung entfernt. Mit dem Fahrrad ist das also durchaus zu bewältigen. Diese Fahrschule ist direkt an der Alten Spree gelegen. In der Preisübersicht der Seite sind alle Führerscheine auf einmal aufgelistet und nicht so detailliert wie bei der vorhergehenden Bootsschule. Von Prüfungsgebühr und Prüfungsfahrt steht da nichts. Es ist lediglich aufgeführt, dass 4x Theoriekurs und 2x Praxis zusammen 190 € kosten. Bei der Konkurrenz wären es nur 128,80 €. Allerdings erhält man bei Meer-Seen bei der Anmeldung eine Tasche mit ersten Übungsmaterialien. Was das genau bedeutet (Lehrbuch? Leinenset?) steht auf der Seite nicht.
Auf Nachfrage per Email erfuhr ich (noch am selben Tag!), dass in der Tasche “Knotenset mit Tampen, Übungsblätter und Lernblätter Lichterführung, Akustische und optische Signale” enthalten sind.

Die Prüfung kostet immer etwa 67 €, also wären das ohne die Prüfungsfahrt 257 €.

Bootsschulung

Nahe der Altstadt Köpenick befindet sich die noch recht junge Bootsschule Bootsschulung. Man kann also vor dem Kurs noch schön im Eiscafé Friederici eine Kugel Schoko-Chili-Eis essen.

Hier wird folgendes angeboten „Frauenunterrricht geleitet von unserer Katrin“. Hm, was soll ich dazu sagen? Ich hoffe, ich habe bei der Buchung die Wahl.

Hier wird als Gesamtpreis 187 € angegeben; Lehrbuch, Knotenmaterial und Übungsklampe sind inklusive. Die Prüfungsgebühr sowie die Gebühren für das ärztliche Attest (die hier mit 20-40 € angegeben sind) kommen dazu. Der Kurs setzt sich hier aus „ca. 10 Stunden“ zusammen, die Praxis besteht aus 3 Praxiseinheiten à 40 min, also pro Einheit 10 min länger als bei McBootsschein, was insgesamt rechnerisch eine Praxiseinheit mehr ergibt. Insgesamt ergibt das 254 €; unter den gleichen Bedingungen ist die erstgenannte Bootsschule mit 286 € teurer.
Auf dem Internetauftritt sind auch Bewertungen von ehemaligen Kursteilnehmern zu lesen, bisher alle positiv. Aber das muss ja nichts heißen.

Bootsschule Paul und Peter

Etwas weiter weg (5,5 km mit dem Fahrrad) ist die Bootsschule Paul und Peter. Sie bieten einen Intensivkurs (an einem Wochenende), einen Kompaktkurs (Theorie an drei aufeinander folgenden Tagen + individuell vereinbarbare Praxistermine) sowie einen Individualkurs an. Ich entscheide mich für Kompaktkurs, der 180 € inklusive Theorie (11 Stunden), 4 Fahreinheiten à 30 min. Es werden nicht allzu viele Kurstermine angeboten. Das wäre also insgesamt ca. 283 €, die sich aus Kursgebühr, Prüfungsgebühr und den Kosten für die Lehrbücher zusammensetzen. Die Prüfungsfahrt und das Leinenset sind nicht enthalten.

Bootsschule-Berlin

Genau jenseits am anderen Ufer der Müggelspree befindet sich die Bootsschule Röllinghoff. Die Theorie kann hier an vier aufeinander folgenden Tagen (Mo-Do) oder als Kompaktkurs am Wochenende stattfinden. Die Kursgebühr von 180 € enthält die Theorie- und drei Praxistermine à 30 min und die Prüfungsfahrt. Die Prüfungsgebühr ist wieder mit 67 € angegeben. Damit ergibt sich mit den Kosten für das Buch und den Prüfungsfragenkatalog eine Summe von 283,80 €.
Es werden monatlich Kurstermine für die Theorie angeboten.

The Boat People**

The Boat People bilden ganz in der Nähe der vorherigen Bootsfahrschule in Köpenick aus. Als besonderen Service bietet die Bootsschule an, dass auf Mallorca ansässige Deutsche die Theorie auf Mallorca absolvieren und die Praxis in Berlin.

Auf die Insel zieht mich persönlich gar nichts, aber es soll ja dort auch schöne Ecken geben. Fand Chopin zumindest damals.

Bei The Boat People setzt sich die Kursgebühr von 250 € aus der Theorie und der Prüfungsfahrt zusammen. Dazu kommen die kosten der Praxisstunden (ohne Preisangabe) sowie die 67 € für die Prüfung.
Für die Theorie verwenden sie Skippersoftware, also keine Bücher. Ob die im Preis inbegriffen ist, steht auf der Seite nicht. Die Theoriekurse finden jeden 2. Samstag und Sonntag im Monat statt.
Auf der Internetseite findet man außerdem Videos zum An- und Ablegen, Festmachen, zum Manöver Mensch-über-Bord und mehr.

Ich tendiere zu Bootsschulung. Hoffen wir mal, dass die sich bis zu meinem anvisierten Termin halten, weil sie noch nicht so lange existieren.


* Alle Preise geben den Stand November 2011 wieder.
** Nachtrag vom 30. 11. 2011: Der Inhaber von McBootsschein und The Boat People ist derselbe, wie mir heute klar geworden ist, nachdem auf dem Nachbargrundstück plötzlich The Boat People sitzen und nicht mehr Mc Bootsschein.

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Start des Projekts Helena

Wer und was stecken hinter Projekt Helena?

Ich hole etwas weiter aus: Seit einigen Monaten bin ich jetzt 30, schon immer weiblich und wohne in Berlin. Vor ein paar Monaten bin ich in meinen bisherigen Lieblingsbezirk Köpenick gezogen.

Ich habe auch schon in Prenzlberg, Rudow und Mahlsdorf-Süd gewohnt und habe nur den Vergleich zu diesen drei anderen Stadtteilen. Köpenick liebe ich wegen des Wassers und wegen der Patchwork-Architektur. Praktische, aber nicht unbedingt zur Bewohnung angestrebte DDR-Plattenbauten beinah direkt neben Fischerhäuschen aus dem 17. Jahrhundert – wo findet man das schon? Und alle Epochen, die dazwischen liegen, prägen das Bild selbstverständlich mit.

Der Umzug ins wasserreiche Köpenick und eine Szene in einer englischen Serie (ich glaub, es war Skins) ließen die Idee aufkommen, auf dem Wasser zu leben. Je öfter ich über die Brücken Köpenicks radle oder schlendere, desto stärker wird die Idee zu einem Wunsch. Also, wie lässt sich das umsetzen? Die erste Idee war ein Hausboot,aber ein Blick auf die Preise bei Ebay hat mich dann doch bescheidener werden lassen. Ein Kajütboot muss reichen. Über meine Vorstellungen von meinem Traumboot aber später irgendwann. Bis ich in See steche, sollen ja noch einige Blogbeiträge zusammenkommen.

Projekt Helena nenne ich mein Streben nach der Umsetzung der Idee in die Wirklichkeit. Mal sehen, ob es tatsächlich klappt. Helena soll das Boot heißen. Soweit ich weiß, haben Schiffe (und dann wohl auch Boote) weibliche Namen, was mir sowieso ganz gut passt, sonst hätte es bestimmt Klaus geheißen, was irgendwie mein generischer Männername ist, warum auch immer. Aber Helena finde ich einen schönen Namen – klingt gut und es gibt einige fiktionale Charaktere mit diesem Namen, die mir aus dem einen oder anderen Grund sympathisch sind. Allen voran natürlich die Helena aus der griechischen Mythologie. Wenn es also ein schönes Boot wird, passt es und wenn es in einer Katastrophe endet, dann auch. Alles in Butter.

Alte Spree in Berlin

Großes Wasser ...

Wie lautet der Plan?

Grob gesagt liegen folgende Punkte für den 10-Jahresplan an:

  • Bootsführerschein
  • Sparen, Sparen, Sparen
  • Boot kaufen
  • In See stechen und das neue Leben beginnen

Wer mich gut kennt und hiermit alle, die das hier lesen, weiß, dass ich eigentlich nicht 40 werden wollte. 39 und dann Schluss. Aber nun steht halt die Entscheidung zwischen dem Styx und allen anderen schiffbaren Flüssen und Kanälen Europas. Es muss auch nicht nur Schwarz-Weiß geben, falls es mit der letzteren Variante nicht so funktioniert, wie ich mir das in meinem nicht mehr ganz so jugendlichen Leichtsinn denke.

...und kleines Wasser gibt es in Köpenick.

Warum?

Warum nicht? So einfach könnte die Antwort sein und ist auch die Zusammenfassung für alle Gründe, die mir so einfallen.

Ich bin ungebunden und denke, dass ich das auch ausnutzen sollte und darf. So einen Traum zu verwirklichen oder zumindest daran zu arbeiten gibt meinem Leben einen Sinn. Hilfe, das klingt abgedroschen, aber ich will nicht nur so vor mich hinleben und mich berieseln lassen von den Medien und anderen Einflüssen.

Aus der Promotion ist nichts geworden und ich bin eigentlich auch froh darüber. Klar wäre das eine Bestätigung für mich gewesen, aber es ist doch immer auch ein Streben nach Anerkennung durch andere. Was dieser Blog auch ist, aber doch anders. Und so ein Projekt zu verwirklichen ist auch nicht weniger gesellschafts- und kulturfördernd als eine Doktorarbeit. Man mag mir widersprechen, aber das ist meine Meinung und beweist wohl auch, dass eine Promotion für mich nicht das richtige gewesen wäre. Und ich bevorzuge das von mir so romantisierte Leben auf dem Boot um ein Vielfaches dem stressigen Uni-Leben.

Ich reise gern. Ist so, aber wer tut das nicht? Es ist jedenfalls kein Charakterzug, den ich bei einer Kontaktanzeige oder so als herausstechendes Merkmal angeben würde. Aber ich reise sehr gern allein, was den Kreis der Seelenverwandten (furchtbares Konzept) einschränkt, glaube ich. Aber so muss man keine Kompromisse eingehen und kann sich auch nicht von einer Keine-Lust-Stimmung einer mitreisenden Person anstecken lassen.

Das dritte Argument für den Plan ist – unausweichlich – PAMM-PAMM-PAMM – der Klimawandel. Die Zukunft der Menschheit liegt sicher auf oder im Wasser. Ich bin ein moderner Noah, aber ich nehme niemanden mit. Das als Schlusswort für heute.

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