Binnenschifffahrtsstraßenordnung: Ausweichregeln für Kleinfahrzeuge 1

Theorie, Theorie, Theorie. Aber mit Bildchen lernt es sich besser für den Bootsschein und deswegen gibt es wieder kleine Stummfilmchen.

Kleinfahrzeuge weichen der gewerblichen Schifffahrt aus

Die einfachste Regel ist, dass Boote von geringerer Länge als 20 m größeren immer ausweichen müssen. Wenn man sich die Situation mit einem Ausflugdampfer und einem Motorboot vorstellt, ist klar, dass nicht der Ausflugdampfer um der Motorboot herum fährt. Im Video sind es ein großes Segelschiff und ein kleines Motorboot.

Wie weichen zwei Motorboote einander aus?

Wenn zwei Motorboote aufeinander zufahren, weichen beide aus. Die Ausweichregel besagt, dass beide nach steuerbord ausweichen.

Ja, nun wird es Zeit zu lernen, was steuerbord und was backbord ist. Steuerbord ist da, wo das Steuer ist, in Fahrtrichtung gesehen. Meiner Meinung nach sollten die Ansagen in der S-Bahn also nicht mehr lauten „Ausstieg in Fahrtrichtung rechts.“, sondern „Ausstieg steuerbord.“ Ist doch viel kürzer. Man sieht dann schon früh genug, ob man richtig steht.

Die Boote passieren sich dann also an backbord. Das hat den Vorteil, dass bei einer eventuellen Schrammung keiner so leicht zu Schaden kommt, weil ja die Steuerpersonen (das muss ja genderneutral sein) so weit wie möglich voneinander entfernt sind.


Wenn sich die Kurse der beiden Motorboote kreuzen, muss das Boot ausweichen, welches das andere an steuerbord hat, also rechts vor links.


Ein Segelboot, das mit laufendem Motor unterwegs ist, muss wie ein Motorboot ausweichen. Im Idealfall hört das der Fahrer/die Fahrerin des anderen Bootes. Wenn nicht, muss er sowieso ausweichen.

Und morgen sind dann Segelboote dran, damit es nicht zu viel Input auf einmal ist.

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Zu Besuch auf der Bootsmesse Boot & Fun in Berlin

Auf die freundliche Einladung von Andreas Schertel von The Boat People konnte ich heute die Bootsmesse Boot & Fun besuchen. Es war das erste Mal auf einer Bootsmesse; in Leipzig war ich ein paar Mal auf der Buchmesse und einmal auf der Computerspielemesse gewesen, als letztere noch in Leipzig stattfand. Und obgleich es für Wassersportler wahrscheinlich gar nicht so besonders ist, sind die Aussteller schon recht speziell (nicht unbedingt die Personen, sondern das, was sie ausstellen). Bücher und Computerspiele haben da doch ein breiteres Spektrum an Zielgruppen.
Dieser Beitrag gibt mir die Möglichkeit, den Mangel an Fotos, der bisher herrschte, etwas wett zu machen.

Klicken für eine vergrößerte Ansicht

Panorama der Bootsmesse

Neue Eindrücke auf der Bootsmesse Boot & Fun

Mein erster Eindruck war: „Mann, sind diese Boote riesig!“ Ich hab die mir ja bisher auf nur Ebay angesehen und da fehlt einfach der Maßstab. Wenn man die Boote „in echt“ sieht, liegen sie ja meist im Wasser und wirken auch nicht so groß wie wenn sie an Land aufgebockt sind und man daran vorbei läuft. Manche von den Yachten waren aber auch besonders groß. Es gab eine Halle mit Neu- und Gebrauchtbooten, die zum Verkauf standen. In allen anderen Hallen standen allerdings auch Boote, was eventuell auf einer Bootsmesse zu erwarten ist. ;-)

Pimp my boat!

Pimp my boat!

Es gab neben den klassischen Bootsherstellern selbstverständlich auch Aussteller, die für die Inneneinrichtung zuständig sind: Tischler und Sattler, aber auch Toilettenhersteller und Trinkwasseraufbereiter und so etwas. Da habe ich nicht so genau hingeschaut, weil das für mich noch in weiter Zukunft liegt. Allerdings habe ich mir vorgenommen, einige Berufe aus diesem Bereich hier im Blog noch vorzustellen. Dazu kommen noch die Segelmacher, wo ich schon Kontakt zu einer netten Segelmacherin aus Greifswald aufgenommen habe.

Black Lady

Einfach riesig!

Aufbereitung alter Boote

Delice - ein Mahagoniboot

Delice - ein Mahagoniboot


Diese Segelmacherwerkstatt machte optisch den Eindruck, als ob sie besonders für alte Boote Segel nähen. Ich hätte mal mir die Hände zeigen sollen – das ist doch bestimmt eine fiese Arbeit für Hände.

Andere Firmen restaurieren alte Boote. Die sind so schön mit ihren glänzenden und warm aussehenden Holzflächen. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich auf jeden Fall ein Mahagoni-Boot nehmen. Das Auge fährt schließlich mit.

Delice Ausstattung

Das Deck der Delice

Holzkajütboot

Ich wollte es ja anfassen, aber ich hab mich nicht getraut. Es hat sooo schön geglänzt.

Mietboote und –flöße

Wie mich schon die Seeromantik gepackt hat, rechnen auch wassernahe Städte und Gegenden damit, dass Urlauber neben dem Ausstieg aus der hektischen Stadt auch den Umstieg aufs Boot wählen. Daher gab es einige Aussteller, die sich auf Hausboote und Flöße spezialisiert haben. Manche von diesen Hausbooten haben mehr Fläche als meine Wohnung! Da hat wahrscheinlich sogar ein Billardtisch Platz.

Tom Sawyer Flöße

Das Abenteuer ruft!

Andere, weniger luxuriöse Wasserfahrzeuge wecken eher die Abenteuerlust, so zum Beispiel WordofTomSawyer.de. Der Name ist etwas unglücklich gewählt, glaube ich, weil es nicht Tom Sawyer, sondern Huckleberry Finn war, der mit Jim den Mississippi auf einem Floß erobert hat, aber wahrscheinlich war die URL schon vergeben. Einige der Flöße sind mit Gaskochern, Kühlschrank und 6 Schlafplätzen ausgestattet. Damit kann man hervorragend die Mecklenburger Seenplatte erobern.
Außerdem kann man wohl einige der Boote auch als Bausatz kaufen.

Tom Sawyer Floß - Kaffeezeit!

Rustikal, aber gut


Am Schluss habe ich mich noch mit einem finnischen Aussteller unterhalten, der Yachtcharter in Finnland anbietet. Das Land der 1000 Seen ist ideal für Menschen geeignet, die Ruhe brauchen. Da Finnland gerade mal so viele Einwohner wie Berlin hat, ist es auch nicht sehr wahrscheinlich, dass man auf dem See jemanden trifft. Vielleicht benötigt man auch deswegen in Finnland keinen Bootsschein.
Glühbirne mit Schiffchen

Da bekommt "die Anker lichten" eine völlig neue Bedeutung


Zu guter Letzt gab es neben nützlichem Zubehör selbstverständlich den einen oder anderen Schnulli-Stand. Es soll sich keiner auf den Schlips getreten fühlen, aber Modellboote und bestickte Mützen sind nicht so unbedingt mein Geschmack. Aber die kleinen Schiffe in Glühbirnen fand ich dann doch nett. Nicht so nett, dass ich sie kaufen würde, aber da die klassische Glühbirne eine aussterbende Art ist, finde ich das eine niedliche Recyclingidee.

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