Komfort an Bord – Teil 1: Wäsche waschen

Der mangelnde Komfort, den man vom Leben in einer Wohnung gewöhnt ist, macht das Leben auf einem Boot zu einer kleinen Herausforderung. Aber wer sich dafür entscheidet, kennt die Tücken des begrenzten Platzes und der geringen Privatsphäre und Ähnliches.
Wenn man nun längere Zeit an Bord ist, kommt irgendwann die Zeit, wo man frische Wäsche braucht. (Ein gemeiner Witz zur Kelly Family liegt nahe, aber das ist nicht mein Niveau.) Doch für einen begehbaren Kleiderschrank ist kein Platz auf einem Kajütboot oder einer kleinen Segelyacht. Platz für eine Waschmaschine ist selbstverständlich auch nicht auf dem Boot und mit Strom sieht es auch nicht so gut aus.
Aber es gibt eine Lösung, die auch für Wohnmobilbesitzer und Stromsparer interessant ist.

Wäsche waschen ohne Strom

White Magic

So sieht das Teil aus...*

Die Lösung heißt White Magic. Das ist ein Gerät, das ohne Strom arbeitet. Ich selbst habe mir ein White Magic vor etwa einem Jahr bei CampingPlusgekauft, weil ich nicht genug Geld für eine Waschmaschine hatte und außerdem Strom sparen wollte. Vorher hatte ich mir bei Youtube ein Testvideo angesehen, das ich aber leider nicht mehr finde. Deswegen habe ich selbst eins gemacht:

Sicherlich macht das Wäsche Waschen mit dem White Magic mehr Mühe als mit einer richtigen Waschmaschine, aber so ist das eben, wenn man ohne Strom arbeitet.
Um mal eine Vorstellung vom Fassungsvermögen zu geben: Bei Bettwäsche passt der Deckenbezug und der Kissenbezug hinein; das Bettlaken wasche ich dann immer separat. Aber es passen auch zwei bis drei Jeans hinein. Der Wasserverbrauch liegt je nach Füllmenge bei maximal 18 l. Der Waschvorgang besteht aus dem Waschen, also Wäsche plus Waschmittel (ich nehme immer flüssiges) plus Wasser hinein, zwei bis drei Minuten an der Kurbel drehen und das Wasser ablassen. Durch die Wärme des Wassers entsteht in der geschlossenen Tonne ein kleiner Unterdruck, durch den wohl das Waschmittel besser in die Wäsche gelangt. Ob die Wirkung so stimmt, kann ich nicht sagen, aber das mit dem Unterdruck stimmt, denn es zischt immer etwas, wenn man den Deckel wieder abschraubt.

Das Wasser kann man beim Ablaufen in einen Eimer auffangen und für die Toilettenspülung verwenden (an Land natürlich nur). Da ich nur einen Eimer habe, fange ich immer nur die zweite Wasserladung auf. Denn nach dem Waschvorgang wird die Trommel wieder mit kaltem Wasser gefüllt und die Tonne eine halbe bis eine Minute gedreht. Dadurch wird das Waschmittel aus der Wäsche gespült.
Wenn man dann auch noch Regenwasser nutzen kann (zu Hause), dann kann man enorm Trinkwasser sparen.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem White Magic-Teil. Der einzige Nachteil ist, dass es keinen Schleudervorgang gibt und die Wäsche wirklich klitschnass herauskommt. Ich hatte schon überlegt, ob man mit einer Salatschleuder Abhilfe schaffen kann, aber für Bettwäsche funktioniert das auch nicht. Aber in der freien Natur kann man ja selbst die Schleuder sein: Einfach die Wäsche in ein Netz tun und wild mit dem stärkeren Arm kreisen. Wenn Kinder an Bord sind, freuen die sich bestimmt über das wilder Herumgespritze!

Alternativen

Der White Magic ist für ein kleines Boot dennoch etwas sperrig, glaube ich. Und Handwäsche…wer macht das schon gern. Ideal wäre es, wenn es in den Tankstellen, wo man als Bootsbesitzer sowieso ab und zu anhalten muss, kleine Waschsalons gäbe. Ich weiß nicht, ob es so etwas gibt oder ob ich gerade eine Marktlücke entdeckt habe, an der sich wieder mal jemand anderes eine goldene Nase verdient. Die eine solche Tankstelle am Wasser, die ich in Köpenick kenne, bietet das nicht an.

Überhaupt ist die Waschsalondichte in Köpenick sehr, sehr gering, wenn ich das mit Hamburg vergleiche. Soweit ich weiß, gibt es keinen einzigen, um genau zu sein. Aus meiner Erfahrung sind aber die Hamburger Bäder auch wesentlich kleiner als die Berliner, so dass da gar kein Platz für eine Waschmaschine ist und die Notwendigkeit für Waschsalons somit höher.


* Vielen Dank an Katharina Brzeczek von Frankana für die Zusendung des Fotos.

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